12 Religion

Thomas Großbölting/Markus Goldbeck

Religion spielt in der Geschichte der Menschheit bis in die Gegenwart eine zentrale Rolle. Sie prägt Weltbilder, strukturiert soziales Miteinander und beeinflusst Gesellschaft und Politik in vielfacher Form, aber auch in wechselnder Intensität. Der Beitrag bietet einen knappen Überblick über Stellenwert und Erscheinungsformen von Religion in Deutschland in den letzten 150 Jahren und geht den statistisch messbaren Veränderungen des religiösen Feldes nach.

Die Rolle von Religion wandelte sich im 19. und 20. Jahrhundert erheblich: Während die Rede von „Thron und Altar“ für das 19. Jahrhundert einen engen Bezug von Religionsgemeinschaft, Gesellschaft und Staat anzeigte, so ging dieser Zusammenhang im 20. Jahrhundert zwar nicht vollständig, aber doch weitgehend verloren. Für die Strukturierung der Gesellschaft und ihre Selbstverständigungsdebatten spielt die Religion eine ungleich geringere Rolle.
Problematisch ist der Versuch, diese generelle Aussage stärker zu spezifizieren. Insbesondere die unscharfen Ränder des Feldes werfen die Frage auf, mittels welcher Kriterien sich religiöse Phänomene beschreiben lassen. Nimmt man die nominelle Mitgliedschaft in einer religiösen Gemeinschaft zum Ausgangspunkt, dann lassen sich kaum Aussagen zu Religionsgemeinschaften machen, die nicht als Organisationen funktionieren und deswegen nicht über feste Ein- und Ausschlusskriterien verfügen. Bei einer funktionalen Betrachtungsweise, die individuelle wie kollektive Überzeugungen und davon abgeleitete Praktiken in den Mittelpunkt stellt, trifft der offenere Begriff der Spiritualität auf den enger definierten Religionsbegriff, was die Definitions- und Erhebungsprobleme aber nicht schmälert.
Ansatzpunkt der folgenden Betrachtung ist die gesamtgesellschaftliche Relevanz von Religion. Da in Deutschland immer noch die christliche Religionstradition dominiert, muss eine Untersuchung religiösen Wandels auf Prozesse der De-Christianisierung bzw. Re-Christianisierung und die Entwicklung der inneren Gestalt und der Bindekraft der Kirchen fokussieren und dies in die Dynamik des religiösen Feldes in Deutschland insgesamt einbetten. Es wird damit ein pragmatischer Religionsbegriff zugrunde gelegt, indem von einem organisationalen, also auf die Großkirchen konzentrierten Religionsbegriff ausgegangen, zugleich aber auch versucht wird, diese Perspektive zu ergänzen. Die Betrachtung berücksichtigt dabei die veränderten geografischen Grenzen des heutigen Deutschlands während des Untersuchungszeitraumes (Deutsches Reich, Bundesrepublik, DDR, wiedervereinigtes Deutschland).

Konkret befassen sich nachfolgende Überlegungen mit drei Themenfeldern:
1. Das religiöse Feld in der Gesellschaft: Zunächst werden die Veränderungen des religiösen Feldes in Deutschland aufgezeigt. Die veränderten Relationen zwischen den christlichen Bekenntnissen und anderen Religionen werden ebenso thematisiert wie die regionale Mitgliederverteilung der christlichen Konfessionen.
2. Veränderungen des Christentums: In der Analyse von Dynamiken und Konjunkturen innerhalb des christlichen Feldes stehen neben Mitgliederzahlen und Ein- und Austrittsbewegungen auch Daten zu Passageriten wie Taufe, Eheschließung und Beerdigung im Mittelpunkt. Dies soll Aussagen zur Intensität der Mitgliederbindung ermöglichen.
3. Populäre Religion: Die gewonnenen Erkenntnisse gehen als Synthese in einen dritten Teil ein. Hier wird trotz schwieriger Datenlage die Frage im Vordergrund stehen, wie sich das Interesse an religiösen Themen trotz Bedeutungsverlust und sinkender Bindungskraft der Großkirchen entwickelt. Zur Annäherung werden Daten über Publikationen religiöser Literatur sowie zur Popularität des Theologiestudiums herangezogen.

Das religiöse Feld schrumpft

Prägender Faktor des religiösen Lebens waren traditionell die christlichen Konfessionen, in Form der katholischen und evangelischen Kirchen. Bis zum Ersten Weltkrieg waren knapp 99 Prozent der Bevölkerung evangelisch oder katholisch. Noch in den 1960er Jahren lag der Anteil beider Bekenntnisse zusammen bei etwa 95 Prozent, die kirchliche Prägekraft war also zumindest äußerlich noch stark. Eine Erosion dieser Bindung lässt sich seit den 1970er Jahren konstatieren. 1987 umfasste der Anteil der christlichen Großkonfessionen noch ca. 85 Prozent, nach der Wiedervereinigung sank dieser Anteil auf etwa 67 Prozent im Jahr 2001 und auf rund 60 Prozent im Jahr 2011. Auch wenn die christlichen Kirchen damit formal immer noch die größte Gruppe von Gläubigen repräsentieren, ist der Bedeutungsverlust offensichtlich. ► Tab 1

Momentaufnahme: Asymmetrischer Pluralismus im Jahr 2011

Der Bedeutungsverslust der Kirchen in einem sich verändernden religiösen Feld resultierte einerseits aus den Austritten der Mitglieder, andererseits aber auch aus Migrationsprozessen. Beides führte dazu, dass die Zahl der (formal) keiner Glaubensgemeinschaft Zugehörigen wuchs, parallel aber auch die Anzahl der Religionen anstieg.
In einer Momentaufnahme lässt sich die religiöse Signatur Deutschlands für das Jahr 2011 auf Grundlage des Zensus und anderer Quellen folgendermaßen charakterisieren: Formal spielt das Christentum immer noch eine dominante Rolle – knapp zwei Drittel der Bevölkerung lassen sich den beiden großen Konfessionen bzw. Freikirchen zuordnen. Rund 10 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich explizit als „nicht gläubig“ bzw. folgen explizit keiner spezifischen Religion oder Weltanschauung. Rund 5 Prozent der Bevölkerung werden dem Islam zugerechnet, wobei ähnliche Probleme wie bei den christlichen Kirchen existieren: Auch hier lässt sich wenig über praktizierte Religiosität aussagen, da die Erfassung von Muslimen vor allem über nationale oder ethnische Kriterien erfolgt. Weitere 5 Prozent der Bevölkerung entfallen auf andere Religionen. Bemerkenswert ist, dass im Zensus 2011 rund ein Sechstel der Befragten keine Angaben zu ihrer Religion machen wollten. In der Summe lässt sich neben der immer noch starken Position des Christentums eine zunehmende Pluralisierung von Religiosität konstatieren. ► Abb 1

Politik und Gesellschaft: Wechselwirkungen auf die Mitgliederstruktur

Als stärkste Anbieter von religiöser Weltanschauung und einer darauf ausgerichteten Praxis stechen in Deutschland trotz vielfältiger Erosionsprozesse nach wie vor die christlichen Religionsgemeinschaften hervor. Deshalb gilt ein erster Zugriff der Frage, wie sich die evangelische und die katholische Kirche als Organisationen im religiösen Feld entwickelten. Grundlegendes Kriterium für eine statistisch messbare Entwicklung ist die Kirchenzugehörigkeit durch formale Mitgliedschaft. Kirchenein- und -austritte stellen wichtige individuelle Entscheidungen dar, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß: In Deutschland wird der Eintritt gewöhnlich mit dem Sakrament der Säuglings- oder Kindertaufe vollzogen. Die Entscheidung dazu treffen meist die Eltern und religiösen Paten des noch religionsunmündigen Kindes. Der Austritt im Jugend- oder Erwachsenenalter hingegen oder der (Wieder-)Eintritt sind eine bewusste Hin- oder Abwendung von der religiösen Organisation. Natürlich ist mit der Zugehörigkeit allein noch wenig über die individuelle Religiosität derjenigen gesagt, die den Kirchen durch die Taufe und den Kirchensteuereinzug zugerechnet werden. Doch stellen die absoluten Zahlen eine wichtige Referenzgröße für die Bedeutung der Kirchen als gesellschaftliche Gruppen dar und vermitteln eine Vorstellung von der Attraktivität der Kirche zum jeweiligen Zeitpunkt. ► Abb 2

Sowohl die Entwicklung der Ein- und Austritte wie auch der Saldo beider Größen lassen erkennen, dass die kirchlichen Mitgliederverhältnisse über lange Zeiträume stabil waren. Diese Stabilität wurde indes durch zwei Phasen der Instabilität unterbrochen, die die Kirchen erheblich veränderten. Erstens war dies die Zeit zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg und betraf da vor allem die Protestanten. Während dieser 20 Jahre traten 3,6 Millionen Protestanten aus ihrer Kirche aus (gegenüber ca. 900 000 Katholiken) bei nur etwa 1,15 Millionen Eintritten (gegenüber ca. 250 000 Katholiken). In dieser Zeit konnten die protestantischen Kirchen nur in wenigen Jahren eine Abmilderung dieser Tendenz verzeichnen, etwa zwischen 1933 und 1936, als die Zahl der Austritte auf rund 30 000 sank. Es handelte sich hierbei allerdings nur um einen zwischenzeitlichen Rückgang. Ab 1937 verließen bis 1939 pro Jahr mehr als 300 000 Personen ihre Kirche, dieser Wert ging erst im Laufe des Krieges wieder zurück. Eine vergleichbare Negativdynamik ist für die Zeit nach der Wiedervereinigung festzustellen. Hier stiegen die Austritte auf über 350 000 und erreichten damit ein ähnliches Niveau wie zum Ende der 1930er Jahre. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 1960er Jahre folgte für Protestanten wie Katholiken eine recht stabile Phase, die erst mit den 1970er Jahren endete. Nun verloren beide Konfessionen wieder mehr Mitglieder als hinzukamen, wobei bis zur Jahrtausendwende wiederum die Protestanten besonders betroffen waren.
Die skizzierten Phasen der Erosion finden sich zwar auch für die katholische Kirche, doch waren hier die Ausschläge – seltener Gewinne, öfter Verluste an Mitgliedern – nicht so ausgeprägt wie bei den evangelischen Kirchen. Die Gründe dafür sind wohl in der strafferen Kirchenzucht der Katholiken, wie zum Beispiel der sonntäglichen Kommunion und der Ohrenbeichte, aber auch in der dichteren Struktur von Vereinen und Verbänden zu suchen, die für eine stärkere lebensweltliche Einbindung der Mitglieder sorgten. Erst nach der Jahrtausendwende ändert sich diese Konstellation vor dem Hintergrund verschiedener Skandale, die die katholische Kirche Mitglieder kosteten.
Ein genauerer Blick auf die Perioden hoher innerer Dynamik mit großer Schwankung der Mitgliederzahlen lenkt die Aufmerksamkeit auf einige besonders auffallende Zeiträume. Bemerkenswert waren zum Beispiel die 1920er Jahre, die Zeit um 1970 und ab 1990, als viele Menschen aus den Kirchen austraten, das Jahr 1946 mit vielen Eintritten, oder als sich – so in den Jahren 1932 bis 1939 – hohe Eintritts- und Austrittszahlen gegenüberstanden. Diese Entwicklungen fielen mit politischen Ereignissen, aber auch organisatorischen und gesetzlichen Einschnitten zusammen.
Die Austrittswelle der frühen 1920er Jahre resultierte fraglos aus verschiedenen lang- und mittelfristigen Faktoren. Erinnert sei hier an den Bruch des „Bündnisses von Thron und Altar“ in der Weimarer Republik oder das Scheitern der kirchlichen Kriegstheologie im Ersten Weltkrieg. Vor allem aber war eine juristische Änderung ausschlaggebend: Der kirchenkritische preußische Kultusminister Adolph Hoffmann erleichterte 1920 den Kirchenaustritt erheblich, indem er das Verfahren vereinfachte und Gebühren strich. Infolgedessen stiegen die Zahlen zunächst rasant und etablierten sich dann auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Auch die hohen Eintrittszahlen im Jahr 1933 lassen sich mit der politischen Entwicklung in Verbindung bringen. So schnellte mit dem Antritt der Regierung Hitler die Zahl der Eintritte in die protestantische Kirche auf über 325 000 in die Höhe, weil sich die Nationalsozialisten – um Akzeptanz zu gewinnen – zunächst auf ein „positives Christentum“ beriefen und demonstrativ die Nähe insbesondere zur protestantischen Kirche suchten. Nach dem Scheitern dieser Kirchenpolitik spätestens 1934 verfolgten die Nationalsozialisten zunehmend eine antikirchliche Politik, was bis 1939 zu einem Höchststand an Kirchenaustritten führte. Während die Entwicklung bei den Evangelischen äußerst dynamisch war, entwickelten sich die Zahlen der Katholiken gemäßigt. Um den Preis des weitgehenden Rückzugs aus der Gesellschaft war es der katholischen Kirche gelungen, sich stärker gegen den Nationalsozialismus abzuschotten. Während des Krieges gingen die Austrittszahlen in beiden Konfessionen markant zurück, war doch das geistige Angebot der Kirchen in Zeiten der Not und Bedrängnis stärker gefragt.
Im Jahr 1946 gab es einen kurzen religiösen „Frühling“: In der „Zusammenbruchgesellschaft“ der unmittelbaren Nachkriegsjahre kamen den Kirchen wichtige Funktionen für das öffentliche Leben und insbesondere bei den Entnazifizierungsverfahren zu, sodass sie für viele Menschen an Attraktivität gewannen.1 Allerdings glichen die Eintritte in dieser Zeit die Verluste während des sogenannten „Kirchenkampfes“ mit den Nationalsozialisten nicht aus. Zudem stieg die Zahl der Austritte mit der Verbesserung der Lebensumstände wieder an und etablierte sich zwischen 1950 und 1967 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau (0,05 Prozent der Kirchenmitglieder traten jährlich aus im Vergleich zu 0,9 Prozent im Jahr 1939). Einen wichtigen Einschnitt markiert dann die „religious crisis“2 zum Ende der 1960er Jahre: Im öffentlichen Diskurs und im Zusammenhang mit der Protest- und Studentenbewegung („1968“) wurden beide Kirchen zunehmend kritisch ‚hinterfragt’, insbesondere ihr Autoritäts- und Familienverständnis sowie ihre Sexualmoral. Eine Kirchenmitgliedschaft galt nicht mehr als selbstverständlich, sondern musste gerechtfertigt werden. Der damit verbundene Wertewandel, die Zuwanderung von Menschen muslimischen Glaubens nach Deutschland wie auch die allgemeine demografische Entwicklung (weniger Geburten, zunehmende Zahl der Sterbefälle) sorgten dafür, dass die christlichen Kirchen in der Gesellschaft als moralische, aber auch das Leben strukturierende Instanzen an Bedeutung verloren.
Besonders einschneidend verlief die Entwicklung für die Protestanten in der DDR mit dem Wandel „von der Mehrheits- zur Minderheitenkirche“.3 Ursächlich waren verschiedene Modernisierungsprozesse mit den damit verbundenen sozialen Umschichtungen, die auch in anderen europäischen Gesellschaften zu beobachten waren. Als entscheidender Unterschied zur Bundesrepublik aber sind die politischen Repressionen zu nennen, denen Christen in der DDR ausgesetzt waren. In einem prinzipiell kirchen- und religionsfeindlichen Staat sahen sich beide christliche Kirchen existenziellen Herausforderungen ausgesetzt. Gehörten vor der Gründung der DDR etwas über 80 Prozent der Bevölkerung der evangelischen und 10 Prozent der katholischen Kirche an, so sank ihr Anteil auf 27 Prozent bzw. 6 Prozent im Jahr 1991. Insbesondere die Einführung der Jugendweihe als SED-Konkurrenz zur kirchlichen Konfirmation bzw. Firmung in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre ließ viele Gläubige aus ihrer Kirche austreten beziehungsweise die Bereitschaft der Kirchenmitglieder sinken, ihre Kinder taufen zu lassen.
Auf diese Weise etablierte sich eine „Kultur der Konfessionslosigkeit“, die über das Ende des Regimes hinaus prägend blieb für das religiöse Feld in Ostdeutschland.4 Einen entscheidenden Einschnitt markierte schließlich auch die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten: Nach dem Ende der Diktatur und der Entspannung des Staat-Kirche-Verhältnisses verloren die Kirchen erneut an Boden. Zwei Gründe sind dafür zu nennen: Zum einen zeigte die deutsche Binnenmigration Wirkung, da viele, die sich zu DDR-Zeiten in den verbliebenen Kerngemeinden engagiert hatten, nach der Öffnung der Grenzen in die alten Bundesländer übersiedelten. Zudem schlug hier auch in den neuen Bundesländern durch, was in der gesamten Bundesrepublik zu beobachten war: Allgemeine Steuererhöhungen führten dazu, dass ein kleiner Prozentsatz von nominellen Kirchenangehörigen auf seine Mitgliedschaft verzichtete, um die steigenden Abgaben mit dem Wegfall der Kirchensteuer zu kompensieren.5
Im weiteren Verlauf der 1990er Jahre entwickelten sich die gesamtdeutschen Austrittszahlen etwas oberhalb des alten westdeutschen Niveaus. Insbesondere mit Blick auf die Kirchenverbundenheit der jüngeren Generationen hat die jüngste Mitgliedschaftsuntersuchung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) diesen Trend als „Stabilität im Abbruch“ interpretiert.6 In ähnlicher Weise trifft dies auch für die katholische Kirche zu. Die seit 1995 diskutierten und ab 2010 verstärkt aufgedeckten Skandale um den Missbrauch von minderjährigen Schutzbefohlenen in kirchlichen Einrichtungen verstärkten die Austrittsneigung erneut, ohne dass sich deren mittel- oder langfristigen Auswirkungen für die Zukunft bislang absehen lassen. ► Tab 2

Sinkende Partizipationsbereitschaft bei den Passageriten

Da die formale Zugehörigkeit noch recht wenig über die Religionsausübung und die individuelle Verbundenheit aussagt, soll im Folgenden der Blick auf religiöse Praktiken gerichtet sein, wie sie im Deutschen Reich, in der Bundesrepublik und später dann im wiedervereinigten Deutschland zu beobachten sind. Das Ausmaß, mit dem Mitglieder der christlichen Kirchen an den religiösen Aktivitäten und Riten teilnahmen, gibt einen Eindruck von dem Engagement und der Partizipationsbereitschaft der Gläubigen bzw. der Gesellschaft: die Taufe der eigenen Kinder; die Teilnahme an Kommunion oder Konfirmation als Voraussetzung für den Empfang der Eucharistie bzw. des Abendmahls; die nicht nur staatliche, sondern auch kirchliche Eheschließung wie auch letztlich das kirchliche Begräbnis – all diese Sakramente und/oder kirchlichen Rituale sind einerseits traditionell verankert wie auch den Gläubigen von ihren Kirchen vorgeschrieben, andererseits bilden sie weit in die Gesellschaft hineinreichende Übergangsriten, die – durchaus unabhängig von der religiösen Bedeutung – kulturell mit Prestige aufgeladen sind. In der Gesamtschau erlauben sie uns Aussagen darüber, wie „dicht“ der christliche Glaube und seine Anforderungen in die Lebenswelt und Praxis des Einzelnen eingebunden waren. ► Abb 3

Dabei deuten alle Indikatoren auf einen wichtigen Trendwechsel zum Ende der 1960er Jahre hin. In dieser Zeitperiode traten die vorher eng verbundenen kirchlichen Traditionen und die lebensweltlichen Praktiken von Einzelnen und Gruppen signifikant auseinander, wie das Beispiel der kirchlichen Taufen exemplarisch zeigt: Die Zahl der konfessionellkirchlichen Taufen war in der Bundesrepublik bis zum Ende der 1960er Jahre stark mit den absoluten Geburtenzahlen gekoppelt, das heißt, Veränderungen bei den absoluten Taufzahlen waren zumeist auf Veränderungen bei der Gesamtzahl der Geburten zurückzuführen. Erst zum Ende der 1960er Jahre und verstärkt nach 1990 wurden immer mehr Kinder nicht getauft. Wurden 1960 noch knapp 95 Prozent der Kinder getauft, sank der Anteil auf rund 80 Prozent im Jahr 1973, 70 Prozent 1992 und schließlich unter 60 Prozent seit dem Jahr 2000. Für die Reproduktion volkskirchlicher Strukturen war das ein erheblicher Einschnitt, weil sich auf diese Weise das Niveau der Tradierung der Glaubenswelten in die jeweils nachfolgende Generation erheblich verringerte.
Ein Blick auf die Veränderungen in der kirchlich geprägten Glaubenspraxis, wie sie sich in den Statistiken zeigen, lässt das Ende der 1960er Jahre als Zeitraum massiver Veränderungen und daher unübersehbar als Zäsur erscheinen. Hugh McLeod hat diesen Einschnitt als eine gesamteuropäische „religious crisis“ bezeichnet, die in ihrer Bedeutung für die Kirchengeschichte allenfalls zu vergleichen sei mit der Reformation und der Kirchenspaltung des 16. Jahrhunderts.7 Die vorliegenden Daten zur Entwicklung des religiösen Feldes in Deutschland stützen diese Analysen. Auch die Zahlen zum Heiratsverhalten lassen sich als Beleg für diesen Trend heranziehen. ► Abb 4

Die Bereitschaft zur kirchlichen Trauung ging seit den 1970er Jahren immer stärker zurück, wobei ein weiterer signifikanter Einschnitt für die frühen 1990er Jahre zu verzeichnen ist, als die weitgehend entkirchlichten neuen Bundesländer mit der zwar abgeschwächten, aber durchaus noch konfessionell geprägten Kultur der alten Bundesländer vereint wurden. Kamen 1960 auf zehn zivilrechtliche Eheschließungen noch acht kirchliche, so sank dieses Verhältnis auf fünf (1990) und nach dem Jahr 2000 gar auf unter drei zu zehn. Insgesamt zeigen die Eheschließungen die Erosion kirchlicher Bindung noch stärker auf als die Taufen: Seit den späten 1960er Jahren nahm der Anteil kirchlicher Trauungen an der Gesamtzahl der Eheschließungen in Deutschland kontinuierlich ab, Erholungsphasen sind – anders als bei den zivilrechtlichen Eheschließungen – nicht erkennbar, sondern lediglich Phasen der Stabilität, in denen es zu keinem weiteren Rückgang kam.
Ein wenig anders stellt sich die Lage bei kirchlichen Bestattungen dar. Hier bilden nicht die 1960er Jahre die sonst charakteristische Zäsur; ein nachlassendes Interesse ist erst mit einigem zeitlichen Abstand seit den 1990er Jahren erkennbar. Wurden bis dahin etwa 90 Prozent der in einem Jahr Verstorbenen auch kirchlich bestattet, so sank dieser Anteil auf unter 70 Prozent im Jahr 2002. Auch wenn hier Effekte der deutschen Vereinigung eine Rolle spielen, nimmt die Bindung an kirchliche Institutionen auch hier ab. Gleichwohl scheint für viele Kirchenmitglieder trotz einer geringen eigenen Verbundenheit die kirchliche Beerdigung bis heute ein wichtiges Moment zu sein, nicht auszutreten.
Seit den 1960er Jahren, so lässt sich resümieren, lösen sich viele soziale Praktiken der Kirchen auf, die sich in Auseinandersetzung mit der Moderne seit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt hatten. Die Auslöser, Gründe und Begleitumstände dafür sind vielfältig und reichen von innerkirchlichen Entwicklungen (Zweites Vatikanisches Konzil, Neuaufbrüche in Seelsorge und Theologie) bis hin zu gesamtgesellschaftlichen Liberalisierungs- und Aufbruchsbewegungen, die unter anderem mit der Chiffre „1968“ bezeichnet sind.

Populäre Religion?

Nachdem die Betrachtungen bis hierher den Rückgang von Mitgliederzahlen sowie die rückläufige Teilnahme an kirchlicher Praxis beider Konfessionen deutlich machten, bleibt nun zu fragen, welches Interesse die Gesellschaft insgesamt an religiösen Themen hat. Im Folgenden wird versucht, die bisherigen Befunde im Lichte zweier weiterer Parameter zu untersuchen, nämlich des Buchmarktes und des Interesses am Studium der Theologie. Für beide Bereiche lässt sich vermuten, dass deren Entwicklung durch steigendes bzw. sinkendes gesamtgesellschaftliches Interesse – also die Mechanismen von Angebot und Nachfrage – unmittelbar beeinflusst wird. ► Abb 5

Unter der Annahme, dass jegliche Buchproduktion mit der Aussicht auf Absatz erfolgt, also auf einen Interessentenkreis ausgerichtet ist, verweist die Anzahl produzierter Bücher zu einem bestimmten Thema auf ein vorhandenes gesellschaftliches Interesse. Wird die allgemeine Buchproduktion mit der Produktion von Büchern zum Thema Religion verglichen – darunter sind religionswissenschaftliche Bücher im engeren Sinne ebenso subsumiert wie Ratgeberliteratur oder Sachbücher im weiteren Sinne –, so sind in der Entwicklung Parallelen und Unterschiede festzustellen (indexbasierte Betrachtung mit 1968 als Vergleichsjahr). Die allgemeine wie auch die religiöse Buchproduktion versechsfachten sich seit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei war die Ausgangslage für beide Felder durchaus verschieden. Die Zahl jährlich veröffentlichter Bücher zu religiösen Themen war in der Zwischenkriegszeit im Vergleich zur Situation um 1950 mehr als doppelt so hoch, wobei die Gesamtzahl der veröffentlichen Bücher zu allen Themenbereichen vergleichsweise niedrig war. Anders dagegen verlief die Entwicklung des religiösen Buchmarkts zwischen 1970 und 2000 unterdurchschnittlich, das heißt, die Zahl der „produzierten“ Bücher mit „religiösem“ Inhalt stieg weniger stark als die der veröffentlichten Bücher insgesamt. Diese Daten scheinen nahezulegen, dass das Interesse an Religion bis zum Zweiten Weltkrieg als eher überdurchschnittlich zu bezeichnen ist, da der Marktanteil für religiöse Literatur vergleichsweise stärker war. Für die Zeit danach ist, trotz unterschiedlicher Entwicklungen im Detail, das Interesse an religiösen Themen insgesamt nicht geringer als an Büchern allgemein. Hingewiesen sei allerdings auf die Rolle von Einzelereignissen wie dem 11. September 2001, wodurch die Nachfrage zum Thema Religion massiv anstieg, etwa weil der Islam, aber auch Themen wie religiöser Extremismus verstärkt in den Blick kamen. Auch wenn die Entwicklung des religiösen Buchmarktes nur im Kontext des Gesamtbuchmarktes möglich ist und daher Vorsicht angeraten scheint, lassen sich doch einige Erkenntnisse gewinnen: Absolut betrachtet, hat religiöses Wissen seit dem 19. Jahrhundert einen beinahe stetigen Zuwachs erfahren, in Relation zu anderen Wissensfeldern aber an Bedeutung verloren. ► Tab 3

Ein bedeutender Faktor für die religiöse Kommunikation ist das Internet, das dem Buchmarkt starke Konkurrenz macht – vor diesem Hintergrund erscheint die Entwicklung des Buchmarktes für religiöse Literatur seit 1990 umso eindrucksvoller. Als Anbieter religiöser Themen kann das Internet zumindest nicht ignoriert werden. Fachbeiträge auf offiziellen Seiten werden ebenso konsultiert wie Informationen zu individuellen Fragen der Lebensführung in Foren- und Chatcommunities. In der Tendenz bringt diese neue Form der religiösen Kommunikation einen weiteren Schub zur Auflösung des traditionellen religiösen Feldes, da sich im Netz neue religiöse Zugänge und Praktiken einfacher und direkter an das eigene Publikum wenden können. Das Internet wird die religiöse Kommunikation weitreichend verändern, ohne dass bisher absehbar ist, in welcher Intensität und Dichte der Wandel erfolgen wird.8
Ähnlich wie die Präsenz religiöser Literatur auf dem Buchmarkt lässt sich auch die Zahl der Studierenden in den christlichen Theologien als Indikator für die gesellschaftliche Relevanz nicht nur des akademischen Faches, sondern auch der damit verbundenen Religionsgemeinschaften deuten. Zwar schlagen bei der Wahl eines Studienfaches auch Überlegungen zur jeweiligen Arbeitsmarktsituation wie auch zum gesellschaftlichen Prestige der Stellung eines Geistlichen durch. Für diejenigen aber, die durch ihre Studienwahl ein persönliches Interesse an Religion und Glaube bekunden, kann wohl eine gewisse Affinität zum Thema Religion vorausgesetzt werden, zumal dann, wenn Studierende nicht zwangsläufig eine Tätigkeit als Pfarrer oder Priester anstreben. ► Abb 6, Abb 7

Die Entwicklung der Studierendenzahlen im Bereich Theologie weist zwischen den 1830er und 1960er Jahren ein stabiles bzw. stabil steigendes Niveau auf. Ein markanter Bruch in den 1970er Jahren ist zu konstatieren, als es im Zuge der allgemeinen Bildungsexpansion auch im Bereich der Theologie zu einer massiven Ausweitung der Studierendenzahlen kam, die seit den 1980er Jahren gegen den Trend der allgemeinen positiven Entwicklung der Studierendenzahlen aber auch wieder massiv abnahmen. Als „klassisches“ Studienfach hatte das Theologiestudium im 19. Jahrhundert einen hohen Anteil an der Zahl der Studierenden insgesamt. Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen sank dieser Anteil aber von fast 38 Prozent im Jahr 1830 auf unter 1 Prozent im Jahr 2004. Ein Grund dafür ist zweifelsohne in der Ausweitung des Universitätssystems zu suchen. Während die absolute Zahl der Theologiestudierenden eher gleich blieb, stieg die Gesamtzahl der Studierenden immens. Das Theologiestudium verlor also relativ an Bedeutung, besetzt aber bis jetzt recht stabil eine Nische. Auch hier ist von einem relativen Bedeutungsverlust der Religion auszugehen, der allerdings weniger aus einer Abwendung von Religion als Berufsfeld resultierte, als vielmehr aus einer Expansion und gleichzeitigen Pluralisierung des akademischen Bereichs.

Schluss

Die Zahlenreihen zeigen insgesamt eine deutliche Zäsur: Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte das Christentum in seiner großkirchlich-konfessionellen Variante das religiöse Feld in Deutschland maßgeblich. In relativ geschlossenen konfessionellen Lebensräumen waren die Partizipationsformen und insbesondere die Passageriten wichtige Elemente, die das individuelle Leben stark beeinflussen konnten. Das Aufbrechen dieses Feldes hatte vielfältige, in der Gewichtung im deutsch-deutschen Vergleich unterschiedliche Gründe: In der DDR war es die Auseinandersetzung um die Jugendweihe in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, in der Bundesrepublik vor allem die Lebensstilrevolution zum Ende der 1960er Jahre, die eine starke Auflösung der volkskirchlichen Strukturen von Katholizismus und Protestantismus mit sich brachte. Die Wiedervereinigung des weitgehend konfessionsfreien Ostens mit dem relativ volkskirchlich geprägten Westen brachte zu Beginn der 1990er Jahre eine weitere Dynamisierung der Entwicklung im Sinne einer fortgesetzten Erosion des institutionell-christlichen Feldes.
Inwieweit der Auflösung der volkskirchlichen Strukturen die Entstehung eines neureligiösen Feldes entsprach, ist statistisch schwer festzustellen. Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Abnahme der Integration in die christlichen Kirchen einhergeht mit einer Abnahme religiösen Interesses überhaupt. Außerhalb der religiösen Großorganisationen ist eine alternative Beschäftigung mit Fragen der Transzendenz schwer nachweisbar und in seriellen Daten kaum aufzufinden. Die Entwicklungen auf dem Markt für religiöse Literatur lassen ein gewisses allgemeines Interesse vermuten, welches aber quantitativ schwer greifbar ist. Es steht aber außer Frage, dass neue Kommunikationsformen und insbesondere das Internet das religiöse Feld und die darin geübte religiöse Kommunikation weiterhin tiefgreifend verändern werden.

Datengrundlage

Religion ist statistisch schwer greifbar, da keine allseits akzeptierte Erhebung oder Erhebungsmethode zur Erfassung religiöser Zugehörigkeiten, Überzeugungen und Praktiken existiert. Die Quellenlage ist dementsprechend disparat. Am ehesten ist die Mitgliedschaft in religiösen Organisationen greifbar, wie sie von staatlicher Seite erhoben wurde. So sind für die beiden großen christlichen Konfessionen seit dem Kaiserreich die Daten der staatlichen Verwaltung eine wichtige Quelle.
Für Fragen des kirchlichen Lebens sind darüber hinaus – ohne zu verkennen, dass es sich um interessengeleitete Daten handelt und dies quellenkritisch zu würdigen9 – die Selbstauskünfte der Religionsgemeinschaften unerlässlich (das „Kirchliche Jahrbuch“ für die evangelische und das „Kirchliche Handbuch“ für die katholische Seite, aber auch andere offizielle Publikationen10). Ergänzend wurden auch weitere, von verschiedenen kirchlichen Stellen betriebene Datensammlungen hinzugezogen.11 Hinsichtlich der Studierendenzahlen wurde neben den Statistischen Jahrbüchern auch das Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte genutzt.12 Daten zur Produktion religiöser Literatur lieferten die Erhebungen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler bzw. des Deutschen Buchhandels.
Für nichtchristliche Religionen wie den Islam, den Hinduismus und den Buddhismus, kleinere christliche Religionsgemeinschaften, alternative Formen von Religiosität oder auch Gruppen mit dezidiert atheistischer oder agnostischer Orientierung liegen oftmals keine oder nur unzureichende Zahlen vor. Um mittels einer Momentaufnahme wenigstens punktuell die religiöse Struktur auszuloten, wurde auf Daten des Zensus 2011, des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informations-dienstes (REMID) in Marburg und eine im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge herausgegebene Studie zur Zahl der Muslime in Deutschland zurückgegriffen.13

Zum Weiterlesen empfohlen

  • Karl Gabriel: Zur Bedeutung der Religion für Gesellschaft und Lebensführung in Deutschland, in: Hans Günter Hockerts (Hrsg.): Koordinaten deutscher Geschichte in der Epoche des Ost-West-Konflikts, München 2004, S. 261– 276.
  • Karl Gabriel: Entkirchlichung und (neue) Religion, in: Thomas Raithel (Hrsg.): Auf dem Weg in eine neue Moderne? Die Bundesrepublik Deutschland in den siebziger und achtziger Jahren, München 2009, S. 99 –111.
  • Karl Gabriel/Christel Gärtner/Detlef Pollack (Hrsg.): Umstrittene Säkularisierung. Soziologische und historische Analysen zur Differenzierung von Religion und Politik, Berlin 2012.
  • Thomas Großbölting: Der verlorene Himmel. Glaube in Deutschland seit 1945, Göttingen 2013.
  • Thomas Großbölting/Klaus Große Kracht/Jan-Holger Kirsch (Hrsg.): Religion in der Bundesrepublik Deutschland (= Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 7, Heft 3), Göttingen 2010.
  • Hubert Knoblauch: Populäre Religion. Auf dem Weg in eine spirituelle Gesellschaft, Frankfurt a.M. 2009.
  • Hugh McLeod: The Religious Crisis, New York 2008.
  • Gert Pickel/Kornelia Sammet (Hrsg.): Religion und Religiosität im vereinigten Deutschland. Zwanzig Jahre nach dem Umbruch, Wiesbaden 2011.
  • Detlef Pollack: Rückkehr des Religiösen?, Tübingen 2009.
  • Detlef Pollack/Gergely Rosta: Religion in der Moderne. Ein internationaler Vergleich, Frankfurt a.M. 2015.

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz „CC BY-NC-ND 3.0 DE – Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland“ veröffentlicht. Quelle: Thomas Rahlf (Hg.), Deutschland in Daten. Zeitreihen zur Historischen Statistik, 2. Auflage, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2022.

Anmerkungen

  1. Vgl. Martin Broszat u. a.: Von Stalingrad zur Währungsreform: Zur Sozialgeschichte des Umbruchs in Deutschland, München 1990, S. 12ff.
  2. Hugh McLeod: The Religious Crisis, New York 2008.
  3. Detlef Pollack: Rückkehr des Religiösen?, Tübingen 2009, S. 249.
  4. Gert Pickel: Atheistischer Osten und gläubiger Westen? Pfade der Konfessionslosigkeit im innerdeutschen Vergleich, in: Gert Pickel/ Kornelia Sammet (Hrsg.): Religion und Religiosität im vereinigten Deutschland. Zwanzig Jahre nach dem Umbruch, Wiesbaden 2011, S. 43 –75.
  5. Joachim Eicken/ Ansgar Schmitz-Veltin: Die Entwicklung der Kirchenmitglieder in Deutschland. Statistische Anmerkungen zu Umfang und Ursachen des Mitgliederrückgangs in den beiden christlichen Volkskirchen, in: Wirtschaft und Statistik, 6/2010, S. 576 – 589, hier S. 579f.
  6. www.ekd.de/EKD-Texte/92120.html (26.11.2014).
  7. McLeod (Anm. 2).
  8. Douglas E. Cowan: Religion on the Internet, in: James A. Beckford/ Jay Demerath (Hrsg.): The SAGE Handbook of the Sociology of Religion, London u. a. 2007, S. 357– 375.
  9. Benjamin Ziemann: Katholische Kirche und Sozialwissenschaften 1945 –1975, Göttingen 2007, S. 36 –75.
  10. Verwendet wurden etwa die Statistischen Beilagen des Amtsblatts der Evangelischen Kirche in Deutschland.
  11. Paul Troschke: Evangelische Kirchenstatistik Deutschlands, Heft 8 / 9: Kirchliche Statistik III. Die Äußerungen des kirchlichen Lebens, BerlinCharlottenburg 1932; Franz Groner (Hrsg.): Kirchliches Handbuch. Amtliches statistisches Jahrbuch der katholischen Kirche Deutschlands, Bd. XXVI: 1962 –1968, Köln 1969.
  12. Hartmut Titze: Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte: Das Hochschulstudium in Preußen und Deutschland 1820 –1944, Köln 1987.
  13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Zensus 2011. Ausgewählte Ergebnisse, Wiesbaden 2013, online unter www.destatis.de/DE/PresseService/ Presse/Pressekonferenzen/2013/Zensus2011/Pressebroschuere_zensus2011.pdf?blob=publicationFile (6.1.2015). Von REMID wurden folgende Datensätze berücksichtigt: „Religionsund Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland“, „Kirchenmitgliedschaft in Deutschland“, „Mitglieder jüdischer Gemeinden in Deutschland ab 1950“, „Muslime in Deutschland“. Sonja Haug u. a.: Muslimisches Leben in Deutschland, S. 11, online (6.1. 2015).